Neues vom VfB
„Was macht die Kunst?“ – Szenerie 2
Und so wie unscheinbar wirkende Holzfiguren die Phantasie anregen können, inspirierte ein Anfang 2022 in der Baugrube für die neue Wohnstätte ‚Auf dem Gleichen 3‘ geborgener gewaltiger Brocken aus Beton, zerbrochenen Tonröhren und Baustahlmatten zu einer „Nachnutzung“ als Teil eines künstlerischen Objektes.
Die Herkunft des „Findlings“ ist unklar. Vermutlich wurde bei dem in den 60er Jahren erfolgten Bau der Lederfabrik und heutigen Wäscherei überschüssiger Beton mit Resten von Abflussröhren und Baustahlmatten einfach in einem Loch unter dem Parkplatz des Betriebs verbuddelt. Nach gut 60 Jahren kam der „Trümmer“ bei den Erdarbeiten für die neue Wohnstätte wieder ans Licht und war eigentlich nach der geplanten Zerkleinerung zum Abtransport auf die Bauschuttdeponie vorgesehen.
Die einem Dinosaurierzahn ähnliche Form des Materials regte Weber zu einer künstlerischen Verwendung an, wird doch ein kleines Stückchen Geschichte lebendig und auf zufällige Art und Weise Altes mit Neuem vereint. Die Platzierung auf der Grenze zwischen der neuen Wohneinrichtung und der benachbarten, vor 12 Jahren errichteten Tagesförderstätte ist gewollt, denn auch hier geht es um eine Verbindung von zwei unterschiedlichen sozialen Zwecken dienenden Gebäuden.
Schnell wurde klar, dass der Findling ein ideales Fundament für ein künstlerisch gestaltetes Objekt sein kann. Die Erinnerung an ein neben der Lochumer Schmiede stehendes Windspiel war der „Gedankenblitz“ und schnell der Kontakt zum Kunstschmied Stefan Zydek hergestellt. Der fand Gefallen an der Anfrage und schmiedete, obwohl schon im Ruhestand, aus Bronze, Stahl und Kupfer ein leicht und elegant wirkendes Objekt, das seit Kurzem auf dem Betonkoloss „thront“.