Neues vom VfB
„Was macht die Kunst?“ – Szenerie 1
„Den Gedanken Flügel verleihen,
phantastische Bilder entstehen lassen,
auch das kann Kunst.“
Winfried W. Weber
Bis aus einer Idee Wirklichkeit wird, können Jahre vergehen, manchmal sogar Jahrzehnte. Im Fall der Wohn- und Tagesförderstätte in Hachenburg sind sage und schreibe 28 Jahre ins Land gegangen, bis die Idee des Initiators des Vereins für Behindertenarbeit e.V., Winfried W. Weber, Gestalt angenommen hat.
Ein etwa 12 cm großes, dekoratives Element im Wohnzimmer (Foto) inspirierte ihn zu der Vorstellung, die kleinen Holzfigürchen als Vorbild für lebensgroße Skulpturen zu nutzen und auf dem Außengelände der 1997 eröffneten Einrichtung in Nähe des Zentrums von Hachenburg zu platzieren. Er fertigte mit Hilfe seiner Frau Brunhilde Skizzen und Schnittmuster an, nach denen der Holzgestalter Bernd Euteneuer aus drei im privaten Garten stehenden Eschestämmen Figuren sägte.
Diese erfreuten 16 Jahre lang Bewohner und Besucher des Hauses, bis sie den Weg alles Organischen gingen und langsam verrotteten. An einen „Umzug“ in die nur einen Steinwurf weit entfernte Wohn- und Tagesförderstätte war daher nicht mehr zu denken.
Aber der Plan für ein Kunstprojekt lebte weiter. Bei der Suche nach einer künstlerisch mit dem Werkstoff Holz erfahrenen Person, die sich der Herausforderung stellt, ein passend zur Zweckbestimmung der Einrichtung des Vereins passendes Kunstwerk zu schaffen, stieß Weber im Frühjahr 2025 auf die in Höhr-Grenzhausen lebende international bekannte Holzbildhauerin Simone C. Levy. Die Mitorganisatorin des Skulpturenwegs im Gelbachtal bei Montabaur hat mit eigenem Spirit aus den von Weber in einem in Hamm/Sieg ansässigen Sägewerk beschafften Stämmen aus Westerwälder Eiche eine Skulpturengruppe mit drei lebensgroßen auf Kopf und Rumpf reduzierte Stelen geschaffen.
Unter tatkräftiger Mithilfe der beiden GFB-Mitarbeiter Andreas Kipping und Samuel Becker haben die Figuren an der Wohnstätte ‚Nisterpfad‘ in Hachenburg einen angemessenen Platz gefunden.
Die von Weber arrangierte Gruppe zeigt Menschen in Interaktion, die gut erkennbar auf einer dem Gebäude vorgelagerten Wiesenfläche Passanten zum Innehalten anregen sollen. Der Titel „Treffen sich drei …“ lädt dazu ein, die Szenerie mit eigener Phantasie zu deuten.
Fotos: Röder-Moldenhauer und GFB