Modellhafte Wohneinrichtung

Hoher Westerwald | Ausgabe KW 18/13 | Freitag, 03. Mai 2013

Modellhafte Wohneinrichtung in Rennerod eröffnet

Durch umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten wurde aus dem ehemaligen und viele Jahre leerstehenden Altenpflegeheim in der Bahnhofstraße von Rennerod ein modernes und jeglichen Ansprüchen an Barrierefreiheit gerecht werdendes Wohnprojekt für Menschen mit einer Beeinträchtigung. Das Projekt ist in zweifacher Hinsicht modellhaft: Erwerb und Umbau erfolgten in Kooperation durch den Verein für Behindertenarbeit e. V., Hachenburg, und den Lotsendienst Betreuungen e. V., Höhn, und das Konzept sieht stationäre und ambulante Wohnformen unter einem Dach vor.

In einer kleinen Feierstunde stellte die Betreiberin, die Gemeinnützige Gesellschaft für Behindertenarbeit -GFB gGmbH-, Hachenburg, die Einrichtung der Öffentlichkeit vor. Der Geschäftsführer  Winfried W. Weber wies auf die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer Beeinträchtigung hin und stellte in diesem Zusammenhang insbesondere die Zunahme von pflegerischen Leistungen und die Notwendigkeit des Ausbaus an barrierefreien Wohnmöglichkeiten in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Mit dem Projekt ‚Alte Gendarmerie‘ (der Name soll an die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes erinnern) stellen sich Initiatoren und Betreiberin diesen veränderten Ansprüchen. Sie haben eine Einrichtung geschaffen, die in Rheinland-Pfalz einzigartig ist. Den BewohnerInnen stehen im Erdgeschoss 5 Plätze in 4 Appartements zur Verfügung, wovon 1 Appartement vollständig rollstuhlgerecht ausgebaut ist. Die Appartements sind ein Baustein des ambulanten Wohnens der GFB und bieten ein Höchstmaß an selbstständiger Lebensführung.

Im Ober- und Dachgeschoss stehen insgesamt 9 Plätze in 2 Hausgemeinschaften für BewohnerInnen mit erhöhtem Betreuungs- und/oder Pflegebedarf zur Verfügung. Die Hausgemeinschaften bieten eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Im Untergeschoss wurde ein großzügig belichteter Gemeinschaftsraum eingerichtet, der über einen direkten Zugang zur Terrasse verfügt. Ein modernes Pflegebad sowie die notwendigen Funktionsräume komplettieren das Raumprogramm.

Winfried W. Weber dankte dem Vorstand der beiden Trägervereine für die reibungslose Zusammenarbeit während der Planungs- und Bauphase, dem verantwortlichen Architekten Peter Frensch aus Hellenhahn und den an der Baumaßnahme beteiligten Firmen für die kompetenten und termingerecht ausgeführten Leistungen sowie Land, Westerwaldkreis und Dagmar Kossack vom LV RLP/Saarland des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes für die fundierte Beratung im Vorfeld der Umsetzung des Projektes, welches ausschließlich durch die Bauherrengemeinschaft ohne weitere Zuschüsse finanziert wurde.

Gruppenfoto

Gäste

Durch die Aufgabe der ehemaligen Außenwohngruppe des Alten Kurhauses in Seck und die Aufnahme von 3 von einer Beeinträchtigung Betroffenen aus dem oberen Westerwaldkreis sind die Hausgemeinschaften bereits belegt und mit dem Erwerb des ehemaligen Katasteramtes in Westerburg wurden die Weichen gestellt für die Schaffung einer Ersatzmaßnahme für die vor ca. 30 Jahren gegründete und inzwischen den Anforderungen an Barrierefreiheit und Pflegeinfrastruktur nicht mehr genügende Stammeinrichtung ‚Altes Kurhaus‘ in Seck.    

Marion Hofmann, Leiterin der Sozialabteilung in der Kreisverwaltung Westerwald, hob in ihrem Grußwort das Projekt als weiteren wichtigen Baustein der GFB in der flexiblen, an den Bedürfnissen der betroffenen Menschen orientierten Angeboten hervor und Dagmar Kossack betonte, dass mit der Kombination der beiden Wohnformen unter einem Dach ein Höchstmaß an Flexibilität und Durchlässigkeit erreicht werden kann.

Peter Müller, Beigeordneter der Verbandsgemeinde und Stadt Rennerod, freute sich, dass das Gebäude Bahnhofstraße 52 vor einem langsamen Verfall bewahrt und eine wichtige soziale Einrichtung für Bürgerinnen und Bürger der Region geschaffen wurde. Pfarrer Rainer Czekansky von der evangelischen Kirchengemeinde Rennerod betonte die Chance des gemeinsamen Lebens, welche die neue Einrichtung bietet und wünschte der Arbeit dort eine gesegnete Zukunft.

Bei einem gemeinsamen Rundgang durch das Haus konnten sich die Gäste, darunter viele Nachbarn sowie Vertreter sozialer Einrichtungen aus der Region, von der gelungenen Umsetzung des Projektes überzeugen, bevor ein gemeinsamer Imbiss den Abschluss der Feier bildete.

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