SPD besucht Tagesförderstätte

SPD-Ortsverein besucht Tagesförderstätte 'Auf dem Gleichen' in Hachenburg


Zu einem außerordentlich interessanten Termin traf sich der SPD-Ortsverein am Freitag, den 22.03.2013 in der Tagesförderstätte Auf dem Gleichen in Hachenburg.


Nach der Begrüßung und einen allgemeinen Einblick in die Arbeit der Gemeinnützigen Gesellschaft für Behindertenarbeit -GFB-, die sich in vielen verschiedenen Bereichen engagiert, durch den Geschäftsführer Winfried W. Weber erhielten die Besucher von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Einblick in deren Tätigkeit. Nach einer Kurzpräsentation der Tagesförderstätte durch Leiterin Kristina Berner sowie der Vorstellung des exemplarischen Tagesablaufes eines Besuchers von Birgit Plett wurde die Einrichtung in einem Rundgang von Mario Habrecht vorgestellt.

SPD-Ortsverein besucht Tagesförderstätte

Neben dem durchdachten Raumkonzept verdient der TEACCH-Ansatz besondere Aufmerksamkeit, der von Teamkoordinatorin Bianca Amman anschaulich dargestellt wurde. "Der TEACCH-Ansatz", erläuterte sie „hilft unseren Besuchern, neue Fähigkeiten zu entwickeln, die ihnen den Alltag erleichtern und ihnen dabei helfen, Arbeiten zum Teil ohne fremde Hilfe auszuführen.“ Für Menschen mit Schwerst- oder Mehrfachbehinderungen ist jeder kleine Schritt zu mehr Selbständigkeit bereits ein großer Erfolg. Während es für Nichtbehinderte im Alltag normal ist, dass man sich in fremden Bereichen räumlich zurechtfindet, unbekannte Arbeitsabläufe z. B. mit Hilfe eines Kochbuches oder einer Bedienungsanleitung bewältigt oder sich anhand der Uhrzeit zeitlich orientiert, stellt dies für die Besucherinnen und Besucher der Tagesförderstätte eine große Herausforderung dar.

Der TEACCH-Ansatz hilft, indem der Alltag möglichst verständlich und zuverlässig strukturiert wird. Diese Struktur findet sich in der räumlichen Dimension ebenso wie in der zeitlichen. Hinzu kommen individuelle Orientierungshilfen, die wichtige Fragen wie „Wo passiert was?“ oder „Was ist zu tun?“ beantworten – und dies alles durch Hilfestellungen, die die Besucher und Besucherinnen nutzen können. Hier ist Kreativität bei den Mitarbeitern im Team gefragt und der SPD-Ortsverein kam mehr als einmal ins Staunen, wie unterschiedlich die Möglichkeiten sind. Für blinde Menschen werden Aufnahmegeräte zur Verfügung gestellt, die ermöglichen, dass die Hinweise zur Tagesstruktur abgehört werden können. Bei Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit sind es Karten, die mit einem Magneten umgewendet werden können usw.

Einen anderen aufschlussreichen Einblick erhielten die Kommunalpolitiker in die Arbeit der unterstützten Kommunikation. „Kommunikation hat als minimale Voraussetzung lediglich eine Bedingung,“ so Timo Wengenroth „und das ist das Atmen. Darauf kann man aufbauen.“ Kommunikation ist ein menschliches Grundbedürfnis, das u. a. dabei hilft, Gefühle zu vermitteln und Wünsche zum Ausdruck zu bringen. Denjenigen Besuchern der Tagesförderstätte, denen dies schwerfällt, helfen die Mitarbeiter mit den verschiedensten Mitteln. So können die Besucher sich die Stimme eines Betreuers auf einem Aufnahmegerät „leihen“, das sie dann bei entsprechender Gelegenheit abspielen. Ein bewegendes Beispiel in Film zeigte eine der Besucherinnen, die diese Art der Kommunikation im Alltag nutzte.

Seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört viel Engagement und Empathie dazu, um den Besucherinnen und Besuchern der Tagesförderstätte helfend zur Seite zu stehen. Im Namen des SPD-Ortsvereines bedankte sich die Zweite Vorsitzende, Gabriele Greis, abschließend für die vielen interessanten Informationen aber auch für die wichtige Arbeit, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagesförderstätte unter Leitung von Kristina Berner jeden Tag leisten. Neben den Wohngruppen sind in Hachenburg auch die drei Tagesförderstätten 'Auf dem Gleichen', 'Nisterpfad' und 'Herrnstraße' eine wichtige Anlaufstelle für etwa 40 schwerst-/mehrfachbehinderte Menschen und ihre Angehörigen, die von 21 Mitarbeitern mit verschiedensten Ausbildungen betreut werden.

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